Gebäudeautomatisierung vs. Smarthome

Der Begriff Smarthome ist heutzutage in aller Munde. Beinahe jeder redet davon und viele haben auch eine Art davon zu Hause. Die meisten meinen auch, dass ein Smarthome und Gebäudeautomatisierung dasselbe sind. Das ist aber nur teilweise korrekt.

Wer sich einen groben überblick verschaffen möchte, kann dies wunderbar mit Hilfe dieses Buches machen (affiliate Link):

Gebäudeautomatisierung

Eine Gebäudeautomatisierung steuert alle möglichen Funktionen und Gewerke eines Hauses. Angefangen von der Beleuchtung, Jalousien, Heizung bis hin zu Anwesenheitserkennung oder Alarmanlagen.

Anfang der 90er Jahre entwickelt sich der Europäische Installationsbus welcher seit 1994 unter dem Namen KNX zum offenen Weltstandard für Gebäudeautomatisierung bekannt ist. Mittlerweile gibt es über 400 Hersteller von der Connex (quasi dem „Verwalter des Standards“) lizensiert sind. Durch den einheitlichen Standard ist man bis auf wenige Einschränkungen frei in der Wahl der Produkte eines dieser Hersteller, da sie alle untereinander kompatibel sind.

In den anfänglichen Zeiten war die Gebäudeautomatisierung hauptsächlich im Industriebau zu finden. Mittlerweile findet sie sich aber auch immer mehr im Wohn- und Zeckbau. Aber auch Altbausanierungen und Fertighäuser werden mit verschiedensten Formen der Automatisierung aufgerüstet bzw. ausgeliefert.

Um zusätzliche Logiken oder Visualisierungen zu realisieren, ist ein zusätzliches System in Form eines Servers sinnvoll. Rudimentäre Funktionen können auch über bestimmte KNX-Geräte abgebildet werden. Die „Grundfunktion“ der einzelnen Gewerke wie zum Beispiel Licht ein- und ausschalten oder Jalousien hoch- und runterfahren funktioniert jedoch ohne Zusatzkomponenten.

Diverse andere System können über sogenannte Gateways angebunden werden. Als Beispiele seien hier der DALI Bus zur Lichtsteuerung oder das Loxone System, welches ähnliche Funktionalitäten wie KNX bietet gennannt.

Smarthome

Das Smarthome ist meiner Meinung nach ein Teil der Gebäudeautomatisierung mit outgesourcten Features.

Man findet in jedem Gewerk Produkte die „in 2 Minuten“ oder „mit 3 Klicks“ sofort einsatzfähig und sogar per Handy gesteuert werden können. Doch was ist der Preis für diesen „Komfort“?

In den meisten Fällen bezahlt man diesen Luxus mit Daten über sein Verhalten und/oder Sicherheitslücken im eigenen Haus. Wenn man zum Beispiel eine günstige Netzwerkkamera kauft und diese per App am Handy anschaut, dann läuft dies über einen zentralen Server des Herstellers (oft im Ausland). Somit gehen dann oft auch alle Bilder und Informationen über diesen Server.

Ein weiteres Problem ist, dass auch hier jeder hersteller sein eigenes Süppchen kocht. So kann es auch gut vorkommen, dass man am Handy unzählige Apps benötigt um die verschiedenen Funktionen steuern zu können.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass das „Smarthome“ durchaus eine Art der Gebäudeautomatisierung darstellt, jedoch auf Kosten von Usability, Datenschutz und Sicherheit.

Jeder muss für sich abwägen, ob es das Wert ist die Schwarmintelligenz und zentralen Dienste der Hersteller zu nutzen um in den Luxus eines intelligenten Hauses zu kommen oder ob man sich auf der sicheren Seite bewegt.